UF-3D-Foto Logo

Bildgestaltung

Inhalt

Mittel der monokularen Tiefenwahrnehmung

Es mag verwundern, dass bei der Stereofotografie, bei der der dreidimensionale Eindruck zwangsläufig entsteht, die Mittel der monokularen Tiefenwahrnehmung zu Hilfe genommen werden.
Die Stereofotografie vollzieht den natürlichen Sehvorgang nach. Beim natürlichen Sehen können wir Gegenstände nur bis zu einer Entfernung von etwa 50 m in der Tiefe unterscheiden. Alles, was weiter entfernt ist, nehmen wir mit zwei Augen genauso wahr wie mit einem. Dennoch können wir auch jenseits dieser Entfernung Tiefenunterschiede wahrnehmen. Dazu verwenden wir die Mittel der monokularen Tiefenwahrnehmung.
Auch im Mittelgrund unterstützt die monokulare Tiefenwahrnehmung die räumliche Orientierung.

Die Mittel der monokularen Tiefenwahrnehmung sind:

Luftperspektive

Bei Dunst, der mehr oder weniger immer vorhanden ist, erscheinen weiter entfernte Dinge blasser als nahe. So erhalten wir eine Tiefenorientierung.

Zentralperspektive

Parallele Linien, die in die Tiefe führen, nähern sich optisch mit der Entfernung, bis sie sich scheinbar im Unendlichen treffen. Gleich große Dinge erscheinen mit zunehmender Entfernung immer kleiner, zum Beispiel eine Baumreihe am Straßenrand. Aufgrund unserer Erfahrung können wir Dinge daher ihrer Größe nach einer Entfernung zuordnen.

Teilweise Überdeckung

Wird ein Körper von einem anderen teilweise verdeckt, so ordnen wir den verdeckten Körper in der Tiefe hinter dem verdeckenden ein.

Farbenstereoskopie

Warme Farben erscheinen uns näher als kalte. Klebt man rote Punkte auf ein blaues Blatt Papier, scheinen die roten Punkte vor dem blauen Hintergrund zu schweben. Auf einem Flachbild, das eine Frau mit rotem Kleid auf einer grünen Wiese vor blauem Hintergrund zeigt, können wir eine gewisse räumliche Tiefe erkennen.

Eisenbahneffekt

Der Eisenbahneffekt lässt sich auf einem Foto wegen der fehlenden Bewegung nicht darstellen, dient aber beim natürlichen Sehen und im Film der Tiefenorientierung.
Blicken wir bei einer Fahrt mit der Eisenbahn aus dem Fenster, so ziehen die Dinge, die sich näher vor uns befinden, schneller an uns vorbei als die weiter entfernten. Die unterschiedliche Geschwindigkeit, mit der sie vorbeiziehen, vermittelt uns eine Orientierung in der Tiefe.

Die Mittel der monokularen Tiefenwahrnehmung unterstützen zusätzlich unsere Raumwahrnehmung. Andererseits benötigen wir sie für Dinge, die so weit entfernt sind, dass wir sie nicht mehr stereoskopisch wahrnehmen können.